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E-Motor am Mountainbike nachrüsten – Tipps und Tricks

E-Motor am Mountainbike nachrüsten – Tipps und Tricks

Manch einer wünscht sich beim Fahrradfahren Unterstützung beim Treten. Besonders dann, wenn es mehrere 100 m bergauf geht, wird der Wunsch nach Unterstützung größer. Inzwischen sind Mountainbikes mit elektrischem Antrieb auf den Markt. Wer sein altes Fahrrad jedoch behalten möchte und kein Geld in ein Mountainbike mit E-Antrieb stecken möchte, kann auch dieses mit einem Motor nachrüsten. Der Umbau lohnt sich allerdings nicht immer. Für den Umbau liefern einige Unternehmen spezielle Motoren. Der Umbau selbst erfolgt dann in der Regel in eigener Regie, doch auch einige Fachhändler bieten den Umbauservice an. Preiswert ist der nachträgliche Einbau von einem Motor allerdings nicht und außerdem gilt es viel zu beachten. Worauf du bei dem Einbau von einem Mountainbike E-Antrieb achten muss, schildert unser folgende Ratgeber.

Mountainbike zum E-Bike nachrüsten – diese Antriebsarten gibt es

Generell gibt es drei verschiedene Antriebsarten. Diese unterscheiden sich darin, wo der Motor befestigt wird. Denn er kann entweder an der vorderen oder an der hinteren Radnabe angebracht werden. Außerdem gibt es noch einen Mittelmotor, der in der Nähe des Tretlagers sitzt. Die meisten Motoren werden bei einem Mountainbike E-Antrieb in der Nähe des hinteren Rad befestigt. Sollte dies nicht funktionieren, zum Beispiel deshalb, weil eine Nabenschaltung vorhanden ist, wird das Vorderrad gewählt. Der Mittelmotor kommt als letztes in Betracht.

Da das Rahmendreieck am Hinterrad besonders stabil ist, ist der Hinterradeinbau die erste Wahl. Denn die zwei Gabelrohre, die es am Vorderrad gibt, sind nicht ganz so stabil gebaut. Der Hinterradeinbau hat aber noch einige weitere Vorteile, wie zum Beispiel beim Schieben oder Abstellen. Denn wird der Motor an der vorderen Gabel eingebaut, dann tendiert das Vorderrad zum wegdrehen, wenn es abgestellt wird. Schließlich ist der Motor einige Kilo schwer und daher macht der Einbauplatz eine Menge aus, zum Beispiel auch bei den Fahreigenschaften.

Auch der Mittelmotor am Tretlager hat seine Vorteile. Zum Beispiel dann, wenn mit dem Mountainbike Sprünge gemacht werden oder wenn besonders schwieriges Gelände gefahren wird. In diesem Fall ist es besser, wenn der Schwerpunkt möglichst tief und mittig ist. In Deutschland sind Mittelmotoren sehr weit verbreitet und viele Fahrradexperten halten auch den Mittelmotor für den besseren Einbauplatz.

E-Bike Nachrüstsatz Mountainbike Bosch – mit diesen Preisen musst du rechnen

Solch ein Mountainbike E-Antrieb ist ab mehreren 100 € aufwärts zu erhalten. Wird der Umbau von einem Profil vorgenommen, dann ist mit etwas mehr als 1000 € zu rechnen. Dies ist im Vergleich zu einem fertig gekauften E-Mountainbike deutlich günstiger. Allerdings ist es nicht unbedingt eine Frage des Preises, ob sich ein E-Bike Nachrüstsatz lohnt. Viel wichtiger ist auch die Qualität des Mountainbikes und sein Zustand. Faktoren, die berücksichtigt werden müssen, sind:

  • Material des Rahmens
  • Bremsen Art
  • Konstruktion des Rahmens
  • Laufleistung

Die verwendeten Motoren stammen von Bosch und weiteren Markenherstellern. Einige Fachhändler bieten es an, das Mountainbike zu prüfen und sagen dann, ob sich der Umbau lohnt. Generell empfehlen wir, Fotos von dem Fahrrad einzusenden. Manchmal ist es so möglich, direkt festzustellen, was geht und was nicht geht. Eine verbindliche Zusage wird allerdings in der Regel nur nach persönlicher Inaugennahme erteilt.

Aus rechtlichen Gründen bauen nur wenige Fahrradläden Fahrräder um, denn bei einem Umbau muss die komplette Haftung übernommen werden. Weitere Faktoren neben den technischen sind auch der Fahrer und der Einsatz. Wie viel wiegt der Fahrer? Welche Strecke wird gefahren? Sind hohe Steigungen zu bewältigen? Die Faustregel sagt, dass ein hochwertiges Rad sich eher für einen Umbau eignet, als ein preiswertes. Der aktuelle Zeitwert sollte mindestens 400 € betragen, damit sich solch ein Umbau lohnt. Dabei kommt es auch auf das Alter des Rads an, älter als fünf Jahre sollte es nicht sein.

Die Laufleistung besonders bei Aluminiumrahmen ist sehr wichtig. Denn ab 15.000 km muss der Rahmen auf Risse und andere Ermüdungserscheinungen untersucht werden. Daher sind Mountainbikes mit einem Stahlrahmen so gut wie immer umrüstungsfähig. Handelt es sich bei den Bremsen um V-Bremsen oder Scheibenbremsen, dann sind diese gut genug. Bei motorunterstützten Rädern verschleißen Bremsbeläge deutlich schneller, dies ist ebenfalls zu berücksichtigen. Grund hierfür ist die schnellere Fahrweise. Bei einem Eigenumbau ist mit einer Umbauzeit von etwa 6 Stunden zu rechnen. Profis benötigen hierfür lediglich 3 Stunden. Wer jedoch keinerlei Erfahrung mit sich bringt, sollte besser die Finger von einem Eigenumbau lassen. Denn es ist einiges Detailwissen erforderlich.

Die Haftung trägt derjenige, der den Umbau vorgenommen hat. Mit dem Umbau erlischt auch die Gewährleistung des Herstellers des Rades. Rechtlich gesehen handelt es sich bei den selbst umgebauten Pedelecs um Fahrräder. Dies bedeutet, dass kein extra Versicherungsschutz erforderlich ist. Kommt es zu einem Unfall, dann zahlt die Privathaftpflicht. Wird das Rad allerdings zu einem E-Bike oder einem S-Pedelec-Mountainbike umgerüstet, dann wird eine Typengenehmigung erforderlich mit anderen gesetzlichen Vorgaben. Diese solltest du dir ganz genau anschauen, denn fährst du ohne Betriebserlaubnis oder ohne Führerschein, bist du gleichzeitig auch ohne Versicherungsschutz unterwegs und in diesem Fall kommt die Privathaftpflicht nicht für eventuell entstandene Schäden auf.

Mountainbike zum E-Bike umbauen – Tipps

Bevor du dich nun an den Umbau machst und aus deinem normalen Mountainbike ein E-Mountainbike, musst du dich zunächst einmal informieren, welche Voraussetzungen dein Rad erfüllen muss. Schließlich wirken dann mit dem elektrischen Antrieb auf den Rahmen und auf die Materialien ganz andere Kräfte ein, als beim normalen Betrieb durch Muskeleinsatz. So dürfen zum Beispiel weder der Rahmen, noch der Lenker oder die Gabel Ermüdungserscheinungen besitzen. Die Fachwerkstatt macht daher einen speziellen Belastungstest. Ein älteres Fahrrad sollte besser nicht zu einem E-MTB umgerüstet werden. Zu beachten sind aber auch juristische Grundlagen. Auf was du alles genau schauen solltest, zeigen unsere nachfolgenden Tipps.

Tipp 1: Händler verweigern oftmals den Umbau

Nicht immer ist es sinnvoll, wenn du ein Fahrrad zu einem E-Bike nachrüstest. Solltest du dies in eigener Regie vornehmen, dann benötigst du nicht nur ein gewisses handwerkliches Geschick, sondern du musst auch die gesetzlichen Grundlagen kennen. Viele Händler verweigern den Umbau, da sie damit zum Hersteller werden und damit die gesetzlich geforderte Gewährleistung einhalten müssen. Selbst dann, wenn Probleme mit anderen Bauteilen als dem Elektroantrieb anfallen, müssen sie die Haftung übernehmen. Das ist auch der Grund, warum es viele Händler gibt, die eine Nachrüstung verweigern.

Tipp 2: Preise vergleichen

Eine Umrüstung ist nicht immer günstiger als ein Neukauf. Daher ist es empfehlenswert die Preise ganz genau zu vergleichen. Bei manchen Rädern lohnt sich die Aufrüstung auch nicht, zum Beispiel dann, wenn das Rad schon zu alt ist oder wenn es qualitativ nicht gut ist. Daher ist es in diesen Fällen sinnvoll, besser ein preiswerteres E-Mountainbike zu kaufen, zum Beispiel ein preisreduziertes Vorjahresmodell. Hochwertige Umrüstsätze kosten inklusive Akku, Steuereinheit und Motor mehr als 1000 €. In diesem Fall ist es demnach ratsam, unter Umständen besser ein gebrauchtes Bike zu wählen.

Tipp 3: Gesetzliche Grundlagen berücksichtigen

Wird durch die Trittunterstützung eine Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h erreicht, musst du aufpassen, da für dich andere gesetzliche Bestimmungen gelten. Denn in diesem Fall ist ein Nummernschild erforderlich, eine Versicherung, ein Rückspiegel und auch das Reifenprofil werden vorgeschrieben. Die Leistung des Motors darf nicht mehr als 250 W betragen.

Tipp 3: Vorderrad oder Hinterrad?

Von der technischen Seite her gesehen ist der Einbau am Vorderrad am einfachsten. Denn in diesem Fall stört nicht die Gangschaltung, die sich am Hinterrad befindet. Denn die Gangschaltung kann zu Komplikationen beim Einbau führen.

Tipp 4: Die technischen Voraussetzungen berücksichtigen

Wenn du dein eigenes Fahrrad umbauen möchtest, musst du darauf achten, dass dein Rad technisch einwandfrei ist. Da Bremsen, Rahmen und andere Bauteile einer großen Belastung ausgesetzt sind, sollte das Rad nicht älter sein. Denn durch das höhere Gewicht, das durch die Anbauteile, den Elektro Motor und dem Akku  verursacht wird, wirkt auf einige sicherheitsrelevante Bauteile eine höhere Belastung. Höhere Geschwindigkeiten erfordern zum Beispiel auch bessere Bremsen. Andernfalls würde der Bremsweg verlängert und die Bremsen versagen. Scheibenbremsen oder hydraulische Bremsen sind daher Voraussetzung.

Tipp 5: Die Radgröße beachten

Bei den Umbauten kannst du zwischen 26 Zoll und 28 Zoll auswählen. Das bedeutet, dass du auf deine eigene Radgröße achten musst. In der Regel werden die Räder ohne Reifen geliefert, wie sind sofort einbaufähig und mit Speichen versehen. Ein neuer Reifen ist deshalb erforderlich, weil der Motor im Vergleich zu einer normalen Radnabe einen größeren Durchmesser hat und daher kürzere Speichen erforderlich sind.

Tipp 6: Anbieter der Umbausätze vergleichen

Es gibt mittlerweile viele renommierte Unternehmen, die solche Umbausätze anbieten. Zu ihnen zählen zum Beispiel Elfei, Bosch, Senglar, xGerman und Bionx. Dabei hat sich insbesondere Elfei auf Nachrüstsätze spezialisiert. Es gibt einige Hersteller, die bereits solche Sätze ab 300 € anbieten, dafür kannst du allerdings auch nicht allzu viel erwarten, dabei ist zum Beispiel kein Akku enthalten und viele erforderlichen Zubehörteile fehlen. Realistisch betrachtet ist mit einem Preis zu rechnen, der zwischen 900 € und 1500 € liegt.